Plakate

Mai più fascismo – Nie wieder Faschismus!
 
In Erinnerung an die ermordeten Antifaschisten des 7. Juli 1960 in Reggio Emilia
 
Am 7. Juli 1960 demonstrierten in Reggio Emilia (Italien) Antifaschist*innen gegen die christdemokratische Minderheitsregierung von Fernando Tambroni. Die Christdemokrat*innen konnten nur mit Hilfe der faschistischen MSI (Movimento Sociale Italiano) die neue Regierung stellen.
 
Die MSI war die Partei Mussolinis, welche nach der Befreiung vom Faschismus nicht verboten wurde. 15 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus und Nationalsozialismus spielte die faschistische Partei erneut eine bestimmende Rolle in der italienischen Politik.
 
Dies stieß auf breiten Widerstand der italienischen Linken und ehemaliger Partisan*innen. Es kam (mindestens) im Norden Italiens zum Streik, zu Demonstrationen und Auseinandersetzungen.
 
In Reggio Emilia, der Hochburg der italienischen Kooperativ-Bewegung, nahmen am Nachmittag des 7. Juli 1960 rund 20.000 Demonstrant*innen an einer antifaschistischen Kundgebung auf der Piazza della Libertà gegen die Regierung und ihre faschistischen Steigbügelhalter teil.
 
Die Polizei griff die Kundgebung an und versuchte diese unter Anderem mit Hilfe von Wasserwerfern, sowie mit Gas- und Rauchbomben aufzulösen.
Im Zuge der Angriffe auf die Kundgebung begann die anwesende Polizei und Carabinieri auf die Piazza zu schießen und töteten fünf Demonstranten.
Fünf Arbeiter, davon zwei ehemalige Partisanen starben im Kugelhagel der Polizei und Carabinieri.
 
Es folgten ein Generalstreik und weitere Auseinandersetzungen in ganz Italien.
Die Regierung der Christdemokrat*innen trat in der Folge zurück.
Die zuständigen Bullen sind nie zu Rechenschaft gezogen worden.
 
Wir erinnern den ermordeten Antifaschisten:
 
Afro Tondelli
Emilio Reverberi
Lauro Farioli
Marino Serri 
Ovidio Franchi
 
Per i morti di Reggio Emilia – Für die Toten aus Reggio Emilia!
 
 
 
Es darf nicht sein!
 
In Erinnerung an die ermordeten Antifaschisten des 7. Juli 1960 in Reggio Emilia
 
Kann ich mal sagen, dass es nicht sein darf, dass jemand mit 19 Jahren auf der Piazza stirbt? Ja, kann ich das mal sagen? Okay, dann will ich es herausschreien. Ich, Ovidio Franchi, 19 Jahre alt, Lehrling, Jugendsekretär der Stadtteilgruppe der Kommunistischen Partei, schreie es heraus.
 
Das darf nicht sein! Es darf nicht sein, dass man auf die Piazza geht und stirbt. Genauso wenig, wie es sein darf, dass niemand dafür zur Verantwortung gezogen wird.
Das ist Unrecht, das ist unmoralisch. Das darf es in einer Demokratie nicht geben.
 
Seit jenem Julitag geht mir mein Schrei durch den Kopf. Er kommt aus meinem Herzen, aus meinen Lungen, obgleich ich keine Stimme mehr habe.
Eine Kugel hat sie für immer verstummen lassen. Eine Kugel, abgefeuert von einem, der die öffentliche Ordnung sichern sollte.
 
Stattdessen haben sie Scheibenschiessen gemacht.
Mitten auf einer Piazza, wo die Leute eigentlich reden, singen, sich küssen, spazieren gehen, träumen, die Wolken betrachten sollen.
 
Reggio Emilia, am 7. Juli 1960.
Mit meinem Bruder war ich da hingegangen. Und mit uns viele, viele andere Jugendliche.
 
Zu viele für die, die wollen, das wir Sklaven der Angst und der Langeweile sind. 
Ihr kennt die Geschichte. 
 
Ein Lied gibt es auch darüber. „Per i morti di Reggio Emilia – Für die Toten aus Reggio Emilia.“
 
Jedes Jahr wird es gesungen. Dieses Mal aber singt nicht. Schreit. 
Denn so was darf nicht sein.
Es darf nicht sein!
 
Wir erinnern den ermordeten Antifaschisten:
 
Afro Tondelli
Emilio Reverberi
Lauro Farioli
Marino Serri 
Ovidio Franchi
 
Per i morti di Reggio Emilia – Für die Toten aus Reggio Emilia!
 
 
 
 
 
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