Gedenkkampagne für die Opfer rechter Gewalt – Dieter Eich

Hintergrund: https://berlin.niemandistvergessen.net/

“Hergang, juristische Bewertung und gesellschaftlicher Umgang mit dem Mord in Buch

Quelle: Broschüre „Niemand ist vergessen! In Gedenken an die Opfer von rechter Gewalt und Sozialchauvinismus“, erschienen März 2016

Dieter Eich lebte in der Walter-Friedrich-Straße 52 in Berlin-Buch. Im selben Haus wie Dieter Eich wohnte auch sein späterer Mörder René Rost, Nazi und Stiefsohn eines ehemaligen BGS-Beamten. Der 60-jährige Dieter Eich, der in der Gegend unter dem Spitznamen »Beethoven« bekannt war, wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 2000 umgebracht. Der Grund: Dieter Eich war Sozialhilfeempfänger.

Einen »Assi aufklatschen«

Am 23. Mai 2000 feierte der damals 18 jährige René Rost (geb. 1982) die Einweihung seiner Wohnung. René Rost hatte zur Feier seine »Kameraden« Andreas Ibsch, (19 Jahre / geb. 1982) Thomas Schwalm (17 Jahre / geb. 1983) und Matthias Kowalik (21 Jahre / geb. 1979) eingeladen. Bereits am Mittag traf man sich am Karower Eck, einem Imbiß im Nachbarbezirk Karow, um für den Abend vorzuglühen. Hier deckten sie sich mit Alkohol für die anstehende Party ein und machten sich am späten Nachmittag zurück auf den Weg nach Buch.

Bereits auf dem Weg zur Wohnung beleidigten sie eine nicht deutsch aussehende Person. (01) Während der Einweihungsfeier »riefen (sie) rechtsradikale Parolen und spielten lautstark rechte Musik, sodass es zu Beschwerden aus der Nachbarschaft und zu einem Polizeieinsatz kam« (02). Gemeinsam schaukelten sie sich in einen Rausch aus Rechtsrock, Alkohol und rassistischen Hasstiraden. Letztlich fassten sie den Entschluss jemanden »auf[zu]klatschen«. Der über ihnen wohnende Dieter Eich schien ihnen dafür genau recht. Gemeinhin galt er in der Gegend als »Alki«, die Hintergründe für seine Situation waren jedoch den meisten egal oder gar nicht bekannt. Dieter Eich hatte seinerzeit den Tod seiner kürzlich verstorbenen Freundin zu betrauern. Er zog aus seiner Blankenburger Gartenlaube in die Wohnung seiner verstorbenen Freundin in die Walter-Freidrich-Straße und durchlitt eine schwere Krise.

Wenn »man so einen aufklatschen würde, täte man etwas fürs Volk«. (03). Die Initiative, einen »Assi aufklatschen« (04) zu gehen, ging dabei maßgeblich von Matthias Kowalik aus. Die Gruppe verschaffte sich zunächst problemlos Zutritt in Dieter Eichs Wohnung, da seine Tür bereits länger kaputt war. Rost und Kowalik fanden Dieter Eich in seinem Schlafzimmer vor. Sie begannen ihr Opfer mit gezielten Schlägen und Tritten in Kopf und Magengegend zu traktieren. Während Kowalik und Rost auf den wehrlosen Dieter Eich einschlugen, hielten Ibsch und Schwalm im Flur Wache. Das Gericht beurteilte dieses Vorgehen später als eine »das Leben gefährdende Behandlung« (05).

Bei den Tätern machte sich die Angst breit, dass ihr Opfer sie identifizieren könne. So entschlossen sie sich eine Stunde nach dem brutalen Angriff, Dieter Eich umzubringen. Rost hatte hierfür das Jagdmesser seines Vaters mitgebracht. Mehrmals stach er auf Dieter Eich ein und stieß ihm die Klinge direkt ins Herz.

Kurze Zeit nach der Tat begaben sich Andreas Ibsch, Thomas Schwalm und Matthias Kowalik ein drittes Mal an den Tatort, um die Spuren des Mordes zu beseitigen. Dem volltrunkenen René halfen sie aus seiner blutigen Kleidung, steckten diese samt Springerstiefeln in eine Plastiktüte und entsorgten sie im Müllschlucker eines anderen Hochhauses. Das Messer warfen sie weg.

Zwei Freunde von Dieter Eich, die mit ihm im selben Haus wohnten und die sich mit ihm zum Kaffee trinken verabredet hatten, fanden ihn am Tag darauf tot in seiner Wohnung vor.

»Der musste weg, der war asozialer Dreck.«

Am Tag darauf prahlte René Rost gegenüber seiner Lebensgefährtin und deren Freundin damit, »seinen ersten Menschen abgestochen« (06) zu haben. Matthias Kowalik bestätigte ihn später in seiner Tat: »Der musste weg, der war asozialer Dreck.« (07).
Nach der Tat besuchten Kowalik und Rost den Nazikader Arnulf Priem in dessen Wohnung in Berlin-Wedding (08), um bei ihm Beistand zu suchen. Hier ging bereits in den 90ern der Rechtsterrorist Kai Diesner ein und aus, um sich neonazistische und heidnische Literatur aus Priems Bibliothek zu leihen (09). Auch die Mörder Dieter Eichs hatten sich hier in Priems Schulungen in Germanenkunde und NS-Ideologie unterweisen lassen. Diesmal allerdings baten sie wegen des Mordes um Rat. Priem beriet sich bei einer Tasse Kakao mit seinen Schützlingen und vermittelte ihnen seinen Anwalt Aribert Streubel.

»Du weißt, was du zu sagen hast«

Durch die Befragung von Hausbewohner*innen gelangte die Kripo auf die Fährte der Täter. Zwei Tage nach dem Mord nahmen die Behörden diese in Haft und begannen, sie zu verhören, was erste Schuldgeständnisse hervorbrachte. An ihrer Gesinnung ließ sich aufgrund ihrer Äußerungen nur schwer zweifeln.

Während seiner Untersuchungshaft wurde Rost im Vorfeld des Prozesses unter Druck gesetzt. Wenn er die Schuld nicht auf sich nehme, würde ihm eine schwere Haftzeit bevorstehen. »Woher wusste die Kripo von Priem?« fragte Andreas Ibsch ihn drohend in einem an der Postkontrolle vorbei geschmuggelten Brief (10). Wenige Tage vor dem Beginn des ersten Prozesstages am 6. Februar 2001 wurde René Rost im Wartezimmer des Zahnarztes in der Jugendhaftanstalt erneut bedroht. »Du weißt, was du zu sagen hast« (11). Wenn René Rost die Schuld allein auf sich nehme, so Andreas Ibsch, würden ihn die Kameraden nicht hängen lassen. Ibsch schrieb über sich: »Ich bin sozial abgesichert. Die Kameraden von draußen kommen und schicken Pakete.« (12)
Rost, der zuerst behauptet hatte, alle wären nur einmal in der Wohnung gewesen, ließ sich auf ein vollständiges Geständnis ein. Die Abänderung seiner anfänglich anderen Aussage begründete er mit dem Druck, der auf ihn ausgeübt wurde: »Ich habe mir deshalb gedacht, lieber zehn ruhige Jahre sitzen, als acht Jahre Angst haben« (13).

Nach der zeugenschaftlichen Vernehmung am 25. Mai 2000 hätten laut Aussagen von René Rost zwei Männer vor seiner Wohnung auf ihn gewartet. Sie hätten ihm gesagt, dass er die Tat auf sich nehmen solle, da Kowalik und Ibsch wichtige Positionen innnerhalb der Bucher Naziszene inne hätten und in diesen Funktionen benötigt würden.

Kowalik hingegen verschanzte sich hinter seiner Aussage, er wäre zu betrunken gewesen und habe von allem nichts mitbekommen.

Der Prozess

Richter Dieckmann bezeichnete Kowalik im Laufe des Prozesses als »treibende Kraft« bei der Tat und als »rechte Hand Priems« (14). So verwundert es auch nicht, dass ausgerechnet Kowalik und nicht einer der anderen Angeklagten, von Arnulf Priems Leibanwalt vertreten wurde. Dieser hatte Priem bereits in den 90ern verteidigt, als Arnulf Priem wegen Terrorismusverdacht unter Anklage stand (15).

Vor Gericht gaben die Angeklagten an, dass Priem auch bei Kameradschaftsabenden in Buch zugegen war, an denen sie teilgenommen hatten, bei denen er »deutsches Schriftgut« (16) vortrug.

Aribert Streubel und ein weiterer Verteidiger befragten stundenlang Polizeibeamte, warum sie die Angeklagten während der Vernehmung so schlecht behandelt hätten. Es wäre nicht zumutbar gewesen, Jugendliche nach ihrer Festnahme noch mitten in der Nacht zu befragen. Die TAZ schrieb über den Prozess folgendes: »Priems Freund, der vor Gericht stehende Matthias K., scheint in dem Quartett der Angeklagten der Wortführer gewesen zu sein. K. ist der einzige, der seiner kurzen Haartracht treu geblieben ist. In leicht gebeugter Haltung sitzt er im Prozess neben seinem Verteidiger und amüsiert sich köstlich über diesen. Streubel ist der Grund dafür, warum sich der Prozess so in die Länge zieht. Der Hüne mit dem schwarzen Backenbart kommt fast immer zu spät, formuliert stundenlang Verfahrensanträge und strapaziert die Zeugen mit Wiederholungsfragen.« (17)

Ein »unpolitischer« Messerstoß

Am 2. März 2001, dem zweiten und letzten Prozesstag, erhielt Matthias Kowalik die höchste Haftstrafe: 13 Jahre. René Rost wurde zu acht Jahren, Andreas Ibsch zu sechs und Thomas Schwam zu fünf Jahren verurteilt.

Die Klärung der Frage, ob es sich bei der Tat um einen Mord mit rechtem Hintergrund handle, wurde trotz eindeutiger Indizien bis auf diesen Prozesstag verschoben. »Nicht jede Tat eines Rechtsgerichteten ist automatisch eine rechtsgerichtete Tat.« so Richter Dieckmann gegenüber der TAZ (18). Oberstaatsanwalt Michael von Hagen zweifelte sogar gänzlich daran, dass die rechte Gesinnung der Täter das treibende Motiv für den Mord war.
Während Richter Dieckmann das Verprügeln von Dieter Eich in seinem Schlafzimmer als »rechtsextrem« motiviert wertet (19), stellte der tödliche Messerstoß aus seiner Sicht jedoch lediglich eine »Verdeckungstat« dar, weshalb der Mord nicht als »rechtsradikale Tat« gewertet werden könne.
Er wird dabei von Berlins Innensenator Frank Henkel unterstützt, der sich trotz Kenntnis der Gerichtsakten folgendermaßen äußerte: »Täter und Opfer waren miteinander bekannt, sie konsumierten gemeinsam Alkohol. Die Anklage schildert den Tatablauf als ,Lust eines Einzelnen an der Gewalt´ und die spätere Tötung als ,Deckungstat aus Angst vor polizeilichen Repressalien´. Es handelt sich insofern nicht um eine Tat des Phänomenbereiches PMK – rechts.« (20).

Es ist genau diese Einschätzung, die dafür sorgt, dass Dieter Eich bis heute nicht auf der Todesliste für Neonaziopfer erwähnt wird. Er gehört somit zu den 128 verschwiegenen Toten, die seit dem Mauerfall von Neonazis ermordet und auf Grund von Rechtsprechung oder »Ermittlungspannen« nicht als Mordopfer rechter Gewalt anerkannt werden (21).

Jene Wertung erscheint merkwürdig, sind doch das Zusammenschlagen und die Tötung keine voneinander losgelösten Taten. Sie sind die logische Konsequenz einer Gesinnung, die zwischen »wertem« und »unwertem« Leben unterscheidet. Die Entpolitisierung des Mordes, die Bewertung der Tat in der Urteilsverkündung, stellt eine staatliche Legitimierung des Mythos des »unpolitischen Messerstoßes« dar. Dies entlastet die Vertreter*innen dieser Geschichtsverfälschung und leistet dem Abwehrmechanismus Vorschub, die Tat sei nicht einem mehrheitsgesellschaftlichen und politischen Problem zuzuordnen, sondern die verachtenswerte Tat von Einzelnen.

Unter Beachtung dieser Umstände, erscheint es als bewusste politische Entscheidung der Justiz, erst drei Monate später die Tat in einer Pressemitteilung zu veröffentlichen. Lapidar hieß es damals lediglich »Die Staatsanwaltschaft ist nicht so schnell mit Pressemitteilungen« (22).

Erst im August 2000 konnten die politischen Hintergründe des durch Antfaschist*innen und engagierte Journalist*innen nachgewiesen werden.

Bewertung des Mordes in Berlin-Buch

»Dieter Eich: Todesurteil für starken Zecher« überschrieb ein Autor der Lokalzeitung »Bucher Bote« seinen Kommentar zum Mord an Dieter Eich. (23). »Alkoholiker umgebarcht« überschrieb der Tagesspiegel wiederum seinen Prozessbericht (24) und bezeichnete Dieter Eich in einem Folgeartikel zum Prozess als »arbeitslose(en) Alkoholker« (25). Somit wurde Dieter Eich, auch wenn dies vielleicht nicht die Absicht der Autor*innen war, nach seinem Tod noch einmal auf die Rolle des Trinkers reduziert, wegen der er letzten Endes ermordet wurde. Diese Zuschreibungen haben traurigerweise bis heute Bestand.
Als Demoteilnehmer*innen anlässlich des 10. Todetages von Dieter Eich Blumen beim örtlichen Blumenladen holten, erwiderte die Blumenverkäuferin »das war doch dieser Saufbruder«, als man ihr auf ihre Frage antwortete, für wen die Blumen seien (26).

Hartnäckig hält sich auch bei einigen Bewohner*innen Buchs die Behauptung, es habe sich um eine »Keilerei unter Trinkern« gehandelt, die sich untereinander kannten. Ein Blick auf den Urteilsspruch entlarvt die Behauptung als Mythos: »Ein geeignetes Opfer sei der in der 9. Etage wohnende ,dreckige Asoziale´. […] Der Angeklagte K. meinte damit Dieter E., den er von einem nahegelegenen Imbiß kannte , wo er gemeinsam mit ihm getrunken hatte . Außerdem hatte er einige Tage zuvor gemeinsam mit Bekannten dessen Fernseher gestohlen. Daher wusste er , daß dessen Wohnungstür kein Türschloss besaß und lediglich durch einen von innen an die Tür gelehnten Stuhl geschlossen gehalten wurde .« (27). Matthias Kowalik, der in der Tatnacht seinen Kameraden René Rost zu dem tödlichen Messerstoß ermutigt hatte, war ebenfalls kein guter Bekannter von Dieter Eich. Er war ihm erst kurz vor dem Mord das erste Mal begegnet. Erst dadurch erfuhr Kowalik, dass Dieter Eich im selben Haus wie René Rost wohnte, in dessen Wohnung ihre Nazi-Clique regelmäßige Zusammenkünfte abhielt. Dass Matthias Kowalik und ein weiterer Nazi Tage vor der Tat in Dieter Eichs Wohnung eindrangen um dessen Fernseher zu stehlen, ist eher Beleg für Verachtung und Abscheu ihrem Opfer gegenüber als für eine langjährige Trinkerbekanntschaft.

Von Aufmören und weitermachen

Es ist keine Einbildung, dass es sich bei den Mördern um organisierte und in Berliner Strukturen eingebundene Nazis handelte. Ibsch selbst sagte in einem abgefangenen Brief aus, Priem hätte gemeinsame Kameradschaftsabende geleitet. Dies lässt darauf schließen, dass hier zumindest die Anfänge einer Kameradschaft bestanden haben.

Bis heute unterhält Kowalik gute Kontakte zu seinem politischen Mentor Arnulf Priem. Eine Mail, die im Dezember 2012 antifaschistischen Gruppen zugespielt wurde, belegt dies. In dieser wünscht er seinen Bekannten und Geschäftspartnern »Die allerbesten Wünsche zum Julfest«. Unter den Empfänger*innen befindet sich neben Priems Anwältin Kajetan Mahrhofer und dem eheamligen Frontsänger der Naziband »Deutsch Stolz Treu« Alexander Brammann auch Matthias Kowalik. (28) Kowaliks politischer Ziehvater ist bis heute überzegter Nazi. In einem Beitrag des Magazins »Report Mainz« vom 15.1.2013 antwortet Priem auf die Frage »Im Herzen sind sie Nationalsozialist?« dem Reporter mit den Worten »Ja, durch und durch.«. (29) Unter diesen Umständen kann auch Kowalik nicht als geläutert angesehen werden.

Ein im November 2013 auf Facebook veröffentlichter Zeitungsausschnitt aus dem »Bucher Boten«, verdeutlichte ebenfalls die bis heute bestehenden Querverbindungen, welche sich vom Mord in Berlin-Buch bis ins Heute ziehen. Der Artikel zeigt eine Gruppe von Naziprovokateuren am Rand der Demo, welche im September 2000 die Vertuschung der mörderischen Tat skandalisierte. Der Nazirapper Patrick Killat (»Künstlername«: Villain051) postete ihn auf seinem Facebook-Profil. Zusammen mit seinem Bandkollegen Tony Belz (»Künstlername«: R.A.W.) tritt er seit 2013 unter dem Namem »A3STUS« bei zahlreichen rechten Events und Aufmärschen auf. Die nostalgischen Kommentare ihrer Bernauer und Bucher Nazifreunde unter dem Zeitungsartikel offenbaren, dass beide bei dem Angriffsversuch auf die Gedenkdemo dabei waren. Im Laufe der Kommunikation meldete sich auch eine Sabine Ibsch zu Wort, bei der es sich entweder um die Mutter oder Schwester von Andreas Ibsch handelt. »Auweia das waren noch Zeiten«, ist das einzige, was ihr zur Störung der Gedenkveranstaltung für den ermordeten Dieter Eich einfällt. Killat kommentiert das Bild mit den Worten »aber war ja für n juten zweck«. (30)

Andreas Ibsch, René Rost und Andreas Schwalm verfügen heute über keine uns bekannten rechten Szenekontakte mehr. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis zog es sie wieder in ihre alte Gegend. Rost lebt seit dem in Karow, Ibsch in einer Wohnung in der Walter-Friedrich-Straße – nicht weit vom damaligen Tatort. Andreas Schwalm lebte eine Zeit lang in Bernau. Heute lebt und arbeitet er in Prenzlauer Berg, wo er sich im Gatronomiewesen verdingt. Schwalm und Ibsch halten bis heute Kontakt zueinander. Anstrengungen einer öffentlichen Aufarbeitung der Tat gab es bis heute von keinem der Mörder.

Niemand ist vergessen!

Vielen Menschen war der Mord in Buch kein Begriff – zumindest nicht bis 2007, als Antifaschist*innen sich der Sache wieder annahmen. Bei Vielen herrscht weiterhin Unkenntnis über den Fall, andere versperren sich der notwendigen Auseinandersetzung.

Solange sich Menschen von den Gedenkaktionen gestört fühlen und solange das Bagatellisieren dieser brutalen Tat durch die Bundesregierung gedeckt bleibt, solange wird das Korsett der Verdrängung weiterhin fest sitzen und genau solange wird auch die Lüge in Buch weiterleben.

Keine Haftstrafe, egal welche Höhe sie auch haben mag, kann diese Tat ungeschehen machen. Was uns bleibt ist, dem brutalen Mord, der sich in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 2000 ereignete, zu gedenken und zu mahnen, dass sich derlei Taten nicht wiederholen.

Quellen:

Beglaubigter Urteilsspruch des Landgerichtes Berlin, 10. Oktober 2001 – wird in den Quellenangaben im folgenden als BULB abgekürzt

(01) Sabine Deckwerth: »Rechte Jugendliche wegen Mordes an Sozialhilfeempfänger vor Gericht«, Berliner Zeitung, 15.11.2000.
(»Warum sie den Mann beleidigt hätten, wurde ein Angeklagter gefragt. Er antwortete: »Na ja, weil er farbig war.«)
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/staatsanwalt-sieht-kein-rechtsextremistisches-motiv-fuer-die-tat-rechte-jugendliche-wegen-mordes-an-sozialhilfeempfaenger-vor-gericht,10810590,9851948.html

(02) BULB, S.9, Absatz 3

(03) BULB, S. 9., Absatz 2

(04) Sabine Deckwerth: »Rechte Jugendliche wegen Mordes verurteilt«, Berliner Zeitung, 03.03.2001.

(05) BULB, S.33, Absatz 3

(06) (06) Plutonia Plarre: »Zweifel an rechtsextremem Tatmotiv«, TAZ, 07.02.2001

(07) BULB, S.17, Absatz 3
Sabine Deckwerth: »Rechte Jugendliche wegen Mordes verurteilt«, Berliner Zeitung, 03.03.2001.
Kerstin Gehrke: »Mit Alkohol und Musik zum Mord«, Tagesspiegel, 03.03.2001,

(08) Plutonia Plarre: »Nach dem Blutbad gab`s Kakao«, TAZ, 02.03.2001.
http://www.taz.de/dx/2001/03/02/a0184.1/text

(09)Burkhard Schröder: »Das Netz des Berliner Neonazi-Terrors«, TAZ, 04.08.1997,
http://www.burks.de/artikel/040897.html

(10) Plutonia Plarre: »Nach dem Blutbad gab`s Kakao«, TAZ, 02.03.2001.
http://www.taz.de/dx/2001/03/02/a0184.1/text

(11) ebd.

(12) ebd.

(13) Sabine Deckwerth: »Rechte Jugendliche wegen Mordes verurteilt«, Berliner Zeitung, 03.03.2001.

(14) Plutonia Plarre: »Nach dem Blutbad gab`s Kakao«, TAZ, 02.03.2001.
http://www.taz.de/dx/2001/03/02/a0184.1/text

(15) Niemand ist vergessen!-Bündnis: »Nazis aus der Deckung holen! Keine Ruhe den rechten Tätern!«, niemand-ist-vergessen.de, 30.08.2012
niemandistvergessen.blogsport.eu/?p=1848

(16) BULB
Plutonia Plarre: »Nach dem Blutbad gab`s Kakao«, TAZ, 02.03.2001.
http://www.taz.de/dx/2001/03/02/a0184.1/text

(17) ebd.

(18) ebd.

(19) Niemand ist vergessen!-Bündnis, »Bln.: Prozess nach »unpolitischem« Nazimord«, Indymedia, 10.05.2010,
http://de.indymedia.org/2010/05/281004.shtml

(20) Marion Seelig (Die.LINKE): »Erfassung von Todesopfern rechter Gewalt in Berlin«, Kleine Anfrage ans Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 17 / 10 032, 05.12.2011, S. 2.
http://www.opferfonds-cura.de/w/files/pdfs/todesopfer-in-berlin-17-10032.pdf

(21) Von den Insgesamt 184 Todesopfern rechter Gewalt werden insgesamt nur 56 offiziell anerkannt (Stand: 01.11.2013)

(22) (22) Tobias Schulze, »Demo in Buch nach MOrd an Arbeitslosem«, Neues Deutschland, Sept. 2000
( Sacha Daue, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber der TAZ)

(23) HS: »Kampftrinker als Mordbuben« (Kommentar »Sarkastisch betrachtet«), Bucher Bote, 03.03.2001.

(24) ddp: »Mordprozess gegen junge Männer neu aufgerollt«, Tagesspiegel, 07.02.2001.

(25) Kerstin Gehrke: »Mit Alkohol und Musik zum Mord«, Tagesspiegel, 03.03.2001.

(26) Geschehen vor der Gedenkkundgebung am 25. Mai 2010 in Buch

(27)vgl. BULB, S.11, Absatz 2

(28) Die Mail mit den »Julfest»-Grüßen von Arnulf Priem wurde am 31.12.2012 antifaschistischen Recherchezusammenhängen zugespielt

(29) Report Mainz: »Neonazis gegen Geld«, Das Erste, 16.01.2013
https://www.youtube.com/watch?v=79oDFYHEQ5Y

(30) Recherche Buch-Redaktion: »Recherche Buch 2015 -Ein Einblick in die Neonazi-Szene in Pankows Norden«, Juni 2015″

Quelle: https://berlin.niemandistvergessen.net/363/der-mord-an-dieter-eich/

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