Armer Hund – Raketenangriff auf Kyiv

„Buri“ wurde an der westlichen Front von Kyiv unter Artillerie Beschuss schwer verletzt. Er erlitt eine Trümmerfraktur an der rechten Vorderpfote. Beim Raketenangriff am 28. April in Kyiv mußte er, kurz nach einer Operation, erneut evakuiert werden.

Ein Freund von Christina kämpfte dort mit seiner Einheit und fand ihn. Feldmediziner*innen haben die Pfote gereinigt, verbunden und mit Antibiotika versorgt. Für knapp eine Woche wurde er kurz hinter der Front gebettet. 

Christina ist selbst vor einigen Wochen aus der Westukraine nach Kyiv zurückgekehrt. Sie ist in der Tiernotrettung aktiv und suchte für „Buri“ in den lokalen Chatgruppen eine Patin. Da durch den Krieg die Anzahl pflegebedürftiger Tiere, die zurückgelassen oder verletzt wurden gestiegen ist, kam in der Chatgruppe keine Resonanz. „Ich dachte mir, ich bin alleine in der Wohnung, dann bin ich halt Patin“. Buri wurde ihr in der Nacht gebracht. „Ich hatte Angst vor ihm. Ich wusste ja nicht, dass er so groß ist. Ich wußte nicht, ob er aggressiv ist und wie er sich mit anderen Hunden verträgt“.

In der Tierklinik meinten die Ärzte, dass er sich trotz der Verletzung „ungewöhnlich umgänglich“ zeigt. Nach der ersten OP konnte Buri nicht laufen und wir haben ihn gemeinsam mit dem Bulli von la-presse.org zu Christina gefahren.

Zwischen der Tierklinik und Christinas Wohnung liegen nur zwei Häuser – lagen zwei Häuser,  denn eines wurde beim Raketenangriff am 28. April zerstört als wir zurück an der Tierklinik waren, um weitere Interviews zu führen.

Christina flüchtete bei der ersten Rakete in ihr Badezimmer. Der bis dahin schlafende Buri schlich zu ihr. Gemeinsam erleben sie den Einschlag der zweiten Rakete. Noch in der Nacht wurden Christina und Buri erneut evakuiert. 

Buri wurde direkt in orthopädische Klinik des Dorfes Mila gefahren. „Es haben sich schnell Freunde gefunden, die alles bezahlen. Es war die erste Operation mit Impfung und Chip. Buri hat jetzt einen Pass. Bei der nächsten Operation, eine Teilamputation, wird er auch kastriert. Eine Prothese bekommt er vielleicht auch.“  

Wo Buri zukünftig leben wird ist noch unklar. Christina selbst hat Angst weiter in der Wohnung zu wohnen. „Ich kann das nicht mehr“. 

Die Welt schaut auf die Ukraine. Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichten über Kyiv und andere Städte, die vom Krieg Russlands betroffen sind. Wir haben uns dazu entschlossen Leipzigs älteste Partnerstadt zu besuchen und die Geschichten der Menschen zu erzählen. Hier im Ticker halten wir euch über die Reise auf dem laufenden und verlinken produzierte Beiträge. 

Kyiv-Ticker