Zapatistas kommen nach Leipzig – erste Solikundgebung

Gut 160 Teilnehmer*innen versammelten sich unter dem Motto „Roter Mittelfinger gegen Rechtsruck und Kolonialismus“ im Leipziger Stadtteilpark Rabet. Aufgerufen hatte eine lose Gruppe.

Gruppen um das „Ya-Basta-Netz“ koordinieren die Europatournee einer Delegation der Zapatistischen Befreiungsarmee (EZLN) aus Mexiko. Die Delegation plant im Jahr 2021 alle fünf Kontinente besuchen. In Deutschland sind es, laut Neues Deutschland, 96 Kollektive und Organisationen die an der Reise mitwirken. Neben Leipzig sind Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Münster und Rostock Stationen der Delegation. Für die Region Wendland ist ein bundesweites, „rebellisches Treffen“ geplant. 

Mittelpunkt der Kundgebung bildete diese Reise, mit einem eingespielten Redebeitrag der Delegation. Laut der Zapatistas soll es sich dabei nicht um eine klassische Vortragsrundreise handeln, sondern sie wollen mit Bewegungen ins Gespräch kommen. Vor dem Hintergrund zeichneten sich auf der Kundgebung die Schwerpunkte ab, die in Leipzig gesetzt werden. 


Neben globalen Herausforderungen wie Krieg, Flucht und Hunger wurde mit der kurdischen Bewegung in Rojava auch ein internationales Thema mit regionaler Relevanz gesetzt. Lokal wird Lina E. eine besondere Bedeutung beigemessen. Schon der Aufruf „Roter Mittelfinger gegen Rechts“ ist eine Anspielung auf ein Foto von Lina E.. Dabei handelt es sich um ein Bild, das 6. November 2020 entstand, als die Studentin mit dem Hubschrauber nach Karlsruhe zum Bundesgerichtshof geflogen wurde. Die Soligruppe „Freiheit für Lina“ kritisierte wie Lina als „junge Frau, die gern Minirock und roten Nagellack trägt“ in „widerlicher Weise auf ihr Äußeres reduziert“ wird. „Wir greifen das Motiv spielerisch auf. Die schöne Bild-Sprache ist schonmal etwas, das wir uns von der Befreiungsbewegung aus dem globalen Süden schon vor ihrem Besuch abgeschaut haben. Wir freuen uns auf ihren Besuch.“ meint Jonas aus dem Orgakreis der Kundgebung.


Die Delegation wird wahrscheinlich diesen Sommer in Leipzig eintreffen. Das „Rebellische“ Treffen im Wendland ist für August/September geplant und bildet den Abschluss der Reise. Aktuell kommt es Coronabedingt zu Verzögerungen im Reiseplan der Delegation. /MS